Herzlich Willkommen in der Kunstwerkstatt Turmstraße
Seit 2022 ist die Kunstwerkstatt Turmstraße ein lebendiger Treffpunkt der städtischen Kunstschule in Monheim am Rhein und ein Ort für partizipative Kunst. Menschen aller Altersgruppen sind eingeladen, sich aktiv an künstlerischen Prozessen zu beteiligen. Die Mit-Mach-Kunst bringt Kunstschaffende und Publikum in einen offenen Austausch und zeigt sich in vielfältigen Formaten.
Besonders lebendig sind die Projekte dort, wo sie unmittelbar auf Menschen treffen - im öffentlichen Raum. Aktionen im gesamten Stadtgebiet schaffen spontane Begegnungen, regen Gespräche an und laden dazu ein, nicht nur zuzuschauen, sondern selbst kreativ zu werden. Eigene Ideen und Perspektiven fließen in die künstlerischen Prozesse ein und ermöglichen gemeinsame kulturelle Erfahrungen. Mit ihrer verbindenden und inklusiven Wirkung trägt die Mit-Mach-Kunst dazu bei, Barrieren abzubauen und den kreativen Austausch in der Stadtgesellschaft zu stärken.
Die Kunstwerkstatt Turmstraße versteht sich als offener, niedrigschwelliger und experimenteller Ort, der sich stetig weiterentwickelt – getragen von den Menschen, die ihn nutzen und gestalten. Sie lädt dazu ein, miteinander ins Gespräch zu kommen, sich zu beteiligen, kreativ zu werden und neue Erfahrungen zu machen. Denn Kunst kann vieles sein – und viel bewirken.
Unser Programm
Im ersten Halbjahr 2026 werden drei Hauptprojekte die Kunstwerkstatt, öffentliche Plätze und leere Ladenlokale bespielen.
Den Auftakt bildet von März bis Mai die MITKUNSTZENTRALE bestehend aus Erik Göngrich, Valeria Fahrenkrog und Nora Wilhelm. Das Kollektiv arbeitet seit mehreren Jahren zu Fragen von Materialkreisläufen, Wiederverwendung und gemeinschaftlicher künstlerischer Praxis. Gemeinsam mit der Kunstwerkstatt Turmstraße sollen offene Workshops und Austauschformate mit Monheimerinnen und Monheimern durchgeführt werden, in denen eine mobile Filiale der Kunstwerkstatt konzipiert, gebaut und erprobt wird.
Ausgangspunkt sind Sperrmüll, ausrangierte Möbel und Objektspenden aus Monheim. Über öffentliche Aufrufe werden Bürgerinnen und Bürger eingeladen, Materialien beizusteuern und sich aktiv am Entstehungsprozess zu beteiligen. Die mobile Kunstwerkstatt entsteht damit aus der Stadt heraus und trägt sichtbar die Spuren ihrer Nutzerinnen und Nutzer.
Das Projekt wird im Rahmen der „Stadtbesetzung“ gefördert vom Kultursekretariat Gütersloh und dem Ministerium für Kultur und Wissenschaft NRW.
Nach einer Recherchephase im Februar werden Julia Dick und Katharina Jej als Künstlerinnenkollektiv „katze und krieg“ im Juni ihr Projekt „Release your inner care“ umsetzen. Das Kollektiv entwickelt partizipative Kunstprojekte im öffentlichen Raum. In ihrer Arbeit geht es um Begegnung, Alltagsthemen und gesellschaftliche Fragen wie Fürsorge, Zusammenleben und Sichtbarkeit. Dabei beziehen sie Menschen aktiv ein und schaffen Situationen, in denen Austausch, Mitmachen und neue Perspektiven möglich werden. Ihre Projekte sind oft humorvoll, nah am Alltag und laden dazu ein, den öffentlichen Raum gemeinsam neu zu denken und zu erleben.
Im Mittelpunkt von „Release your inner care“ steht das Thema Fürsorge: füreinander da sein, einander unterstützen. Gemeinsam soll herausgefunden werden, wo Fürsorge im Alltag und im öffentlichen Raum von Monheim am Rhein bereits stattfindet – und wo sie vielleicht noch mehr Raum bekommen könnte. Daraus können einfache, freundliche Aktionen entstehen, zum Beispiel Hilfe beim Tragen schwerer Taschen oder kleine Ideen, um den Stadtraum grüner und schöner zu machen, eine Schulter zum kurzen Anlehnen oder ein offenes Ohr für Sorgen.
Im Juni und Juli wird Matthias Schamp mit seinem 1997 gegründeten „Mythos-Grill“ in der Stadt sein. Temporäre Filialen gab es unter anderem bereits auf der Berliner Museumsinsel, im Dortmunder U und dem Lehmbruck Museum Duisburg. Ob Fritten-Skulpturen, Frikandel-Staffellauf, Grundfarben-Frittieren – der „Mythos-Grill“ wird stetig mit den Teilnehmenden neu erfunden.
Das zweite Halbjahr 2026 eröffnet die Kölner Künstlerin Julia Scherzl mit ihrem Projekt „The Grief-Companions“. Im September und Oktober schafft sie Räume für den künstlerischen Umgang mit persönlichen Verlusterfahrungen im Zusammenhang mit dem Tod. In Zusammenarbeit mit einer Trauerbegleitung entstehen Ausdrucksformen, die Erinnerungen sichtbar machen und gemeinschaftlich geteilt werden können.
Ebenfalls im September präsentieren Kerstin Reyer und Sophie Netzer erneut ihr Projekt „Rosa Wolken über den Löchern der Stadt“, das bereits 2025 in Zusammenarbeit mit Seniorinnen der Bergischen Diakonie sowie Schülerinnen und Schülern des Otto-Hahn-Gymnasiums entwickelt wurde. Die Arbeit verbindet die Perspektiven junger und älterer Menschen aus Monheim am Rhein und stellt die Frage: Wem gehört der öffentliche Raum?
Im Oktober folgt der Kölner Künstler Ivo Weber. Gemeinsam mit den Monheimerinnen und Monheimern widmet er sich in der mobilen Filiale dem Backen von „Seelen“, einem oberschwäbischen Gebäck aus Dinkelmehl, Kümmel und Salz. Der aufwendige Herstellungsprozess, insbesondere die lange Ruhezeit des Teigs und seine besondere Konsistenz, eröffnet dabei eine überraschend skulpturale Perspektive. Das Formen, Bearbeiten und Backen wird zum künstlerischen Prozess, in dem aus einem einfachen Teig ein individuelles Objekt entsteht. Das Projekt verbindet Handwerk, Kunst und gemeinschaftliches Erleben und stellt Begegnung und Austausch in den Mittelpunkt.
Darüber hinaus beteiligt sich die Kunstwerkstatt im September erneut am städtischen Inklusionstag.
Auch regelmäßige Formate prägen das Programm: In der Tonwerkstatt lädt der Musiker Nils Klapproth jeden Mittwoch von 18 bis 20 Uhr zum gemeinsamen Experimentieren mit Klängen ein. Im Mittelpunkt steht dabei die Freude am Experimentieren, unabhängig von musikalischer Erfahrung.
Im Oktober wird im Rahmen der Interkulturellen Fairen Wochen die Ernte des Färbergartens verarbeitet und gemeinsam entstehen farbenfrohe Arbeiten, die Natur und Kunst miteinander verbinden.
Das genaue Programm wird im Laufe des Jahres stetig ergänzt – auch weitere kurzfristige Projekte sind möglich.
Alle aktuellen Veranstaltungen finden sich immer im Terminkalender.
Wer über unseren Verteiler E-Mails zu aktuellen Veranstaltungen bekommen möchte, schreibt eine kurze Mail an kunstwerkstatt@monheim.de. Außerdem informieren wir über alles Aktuelle auf dem Instagram-Kanal der Kunstschule.
Die Kunstbibliothek
Jeden Donnerstag zwischen 14 und 17 Uhr lädt die Kunstwerkstatt Turmstraße dazu ein, in der Kunstbibliothek des Hauses zu stöbern. Sie umfasst zahlreiche Kunstbücher und -kataloge von der Moderne bis zur Gegenwartskunst. Einen Schwerpunkt bilden Publikationen zu den Künstlerinnen und Künstlern, deren Kunstwerke in Monheim am Rhein zu erleben sind. Die Bestände der Kunstwerkstatt sind im Katalog des Bibliotheksverbunds Kreis Mettmann erfasst und können bei Bedarf hier recherchiert werden. Die Nutzung der Bibliothek ist kostenfrei und ohne Monheim-Pass möglich, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
Rückblick
Schauen Sie sich gerne unseren Rückblick 2025 an.
Broschüre
Was bedeutet Partizipative Kunst und warum macht es Sinn daran teilzuhaben? Fragen dazu beantwortet eine Broschüre der Kunstwerksatt, die gerne per Email angefragt werden kann: kunstwerkstatt@monheim.de

Gut zu wissen
Anschrift und Kontakt:
Kunstwerkstatt Turmstraße, Turmstraße 20, 40789 Monheim am Rhein
Programmleiterin: Yvonne Klasen
E-Mail: kunstwerkstatt@monheim.de; Telefon: +49 2173 951-4152
Bürozeiten:
Dienstag und Freitag: 9 bis 12 Uhr
Donnerstag: 9 bis 12 Uhr / 14 bis 17 Uhr
Das Haus verfügt über einen Aufzug, barrierefreie Toiletten befinden sich im Untergeschoss.
Kunstwerke in und um die Kunstwerkstatt:
Obwohl wir uns in erster Linie der partizipativen Kunst verschrieben haben, finden sich in und um unser Haus zahlreiche Werke zeitgenössischer Künstlerinnen und Künstler. Ein Highlight ist der Kunstautomat von Simon Brinkmann und Friedrich Boell, der rund um die Uhr an der Außenfassade neben dem Eingang zugänglich ist. Die Mauern, die das Grunstück begrenzen, schmückt seit Juni 2022 eine partizipative Wandarbeit, initiiert von Jeppe Hein. Im Rahmen der Einweihung seines "Social Playground Monheim" in der Innenstadt fand hier die Aktion "Today I feel like" statt, bei der Monheimer Grundschülerinnen und -schüler gemeinsam mit dem Künstler ihre Gesichter auf die Wände brachten. Das Projekt wird immer wieder mit Gästen der Kunstwerkstatt fortgeführt.
Im Haus selbst finden sich Arbeiten von Marlies Langenhorst und Heike Simmer.
