Herzlich Willkommen in der Kunstwerkstatt Turmstraße
Seit Januar 2022 ist die Kunstwerkstatt Turmstraße ein lebendiger Aktionsort der städtischen Kunstschule und ein Haus für partizipative Kunst. Hier werden die Monheimerinnen und Monheimer aller Altersgruppen in den kreativen Prozess und die Entstehung von Kunstwerken einbezogen. Partizipative Kunst fördert die Interaktion zwischen Kunstschaffenden und Publikum und kann in vielfältigen Formaten erlebt werden. Zahlreiche Veranstaltungen im Außenraum schaffen spontane Begegnungen mit Kunst und regen den Austausch zwischen den Teilnehmenden an.
Die Projekte der Kunstwerkstatt ermöglichen, dass das Publikum nicht nur beobachtet, sondern aktiv mitgestaltet. Die Teilnehmenden können eigene Ideen und Perspektiven in den künstlerischen Prozess einbringen, Räume für gemeinsame kulturelle Erfahrungen werden geschaffen. Durch ihre inklusive und gemeinschaftsfördernde Wirkung trägt die partizipative Kunst dazu bei, Barrieren abzubauen und den kreativen Austausch zu fördern. Sie macht Kultur für alle erlebbar und bietet Menschen, die sonst wenig Zugang zur Kunstwelt haben, die Gelegenheit aktiv daran teilzuhaben.
Die Kunstwerkstatt Turmstraße versteht sich als niedrigschwelliger, experimenteller Ort, der von den verschiedenen Menschen, die sich dort begegnen, gestaltet wird und sich so immer wieder verändert und weiterentwickelt. Da das Publikum selbst zum Akteur wird, sind alle Projekte der Kunstwerkstatt Turmstraße kostenfrei. Alle sind immer herzlich eingeladen!
Unser Programm
Im ersten Halbjahr 2025 werden drei umfangreichere und mehrere punktuelle partizipative Projekte in der Kunstwerkstatt umgesetzt. Den Auftakt machen zwischen Mitte Februar und Mitte Mai Sophie Netzer und Kerstin Reyer, Mitglieder der Künstlerinnengruppe raumarbeiterinnen. Die Künstlerinnen nutzen öffentliche Plätze als Bühne für Interventionen. Die Inspiration für die Bespielungen werden gemeinsam mit Monheimerinnen und Monheimern erarbeitet. Die Menschen werden dazu eingeladen an ausgewählten Orten ihre Geschichten, Erinnerungen und Wünsche zu teilen. Geplant ist unter anderem eine Zusammenarbeit mit Schülerinnen und Schülern des Otto Hahn Gymnasiums sowie mit Bewohnerinnen und Bewohnern der Bergischen Diakonie.
Im März ist wieder Weibertrödel in der Altstadt; parallel finden die Internationalen Wochen gegen Rassismus 2025 statt. Hier beteiligt sich die Kunstwerkstatt mit einer Siebdruckaktion auf der Straße. Gerade neu erworbene Kleidungsstücke sowie selbst mitgebrachte Textilien können mit Slogans gegen Rassismus und geometrischen Formen bedruckt, vollendet und verschönert werden.
Wie jedes Jahr wird der Färbergarten auf der Terrasse der Kunstwerkstatt im April mit großen und kleinen Monheimerinnen und Monheimern bepflanzt. Unter der Leitung von Künstlerin Sina Coirazza werden Färberpflanzen gesetzt, gepflegt und nach der Ernte in farbenfrohe Kunstwerke verwandelt.
Im Mai ist der niederländische Künstler Kaspar König zu Gast in der Kunstwerkstatt. Während seiner Zeit in der Stadt wird das Konzept der „Partizipation“ untersucht. Wie lassen sich Ideen generieren, die begeistern und unmittelbar umgesetzt werden wollen? Kaspar König ist ein transdisziplinärer Künstler mit Erfahrung im Aufbau und der Entwicklung partizipativer Projekte, die der Sinngebung und Lebensfreude dienen. In der Vergangenheit entstand bei seinen Projekten eine 11 Meter lange Sushi-Rolle, eine riesige Luft-Skulptur, ein schwebendes Konzert oder ein „Slowbike-Wettbewerb“, bei dem der langsamste Fahrradfahrer gewinnt.
Im Juni wird der Jugend-Kultur-Preis in der Stadt verliehen. Die Kunstwerkstatt zeigt ab dann bis voraussichtlich Ende des Jahres die Arbeit Sisyphos von Johannes Voges auf der Treppe zwischen dem Sojus 7 und dem Kindergarten Ideenreich. Sisyphos ist ein Bewegungsspiel, das kreativ dazu aufruft, Sport zu treiben, sich zu begegnen und zu spielen. Es geht hier ums zweckfreie Spielen, das in einer Gesellschaft, in der fast jede Tätigkeit einem Zweck dient, viel zu kurz kommt. Es gibt Spielregeln, aber auch Impulse, die dazu aufrufen, eigene Spielvarianten zu erfinden. Für ältere Menschen oder Menschen mit Bewegungseinschränkungen, die sich nicht sicher auf den Treppenstufen fühlen, wird eine Spielart an den Seitenwänden der Treppe installiert. Das Projekt wird gefördert durch das Kultursekretariat Gütersloh.
Nach der Sommerpause wird Künstlerin Franziska Harnisch im September in die Kunstwerkstatt ziehen. In Planung ist eine Arbeit, Selbst-Aufgabe (AT), die sich mit uns Menschen im Zeitalter von Social Media beschäftigt. Welche Fähigkeiten – warten, sehen, reden – drohen wir durch die Parallelwelt zu verlieren?
Rund um den städtischen Inklusionstag im November plant die Kunstwerkstatt mit Künstler Peter Schloss einen integrativen Braille-Workshop für Menschen mit und ohne Seheinschränkungen. Durch den künstlerischen Ansatz und die Vergrößerung des Braille-Rasters kommen unterschiedliche Materialien, Oberflächenstrukturen und Formen zum Einsatz, die völlig neue Ausdrucksmöglichkeiten eröffnen.
Während dem Weihnachtsmarkt in der Altstadt präsentiert die Kunstwerkstatt Turmstraße zwischen dem 12. und 14. Dezember in einer Jahresausstellung die Projekte von 2025.
Das genaue Programm wird im Laufe des Jahres stetig ergänzt – auch weitere kurzfristige Projekte sind möglich.
Alle aktuellen Veranstaltungen finden sich immer im Terminkalender.
Wer über unseren Verteiler E-Mails zu aktuellen Veranstaltungen bekommen möchte, schreibt eine kurze Mail an kunstwerkstatt@monheim.de. Außerdem informieren wir über alles Aktuelle auf dem Instagram-Kanal der Kunstschule.
Die Kunstbibliothek
Jeden Donnerstag zwischen 14 und 17 Uhr lädt die Kunstwerkstatt Turmstraße dazu ein, in der Kunstbibliothek des Hauses zu stöbern. Sie umfasst zahlreiche Kunstbücher und -kataloge von der Moderne bis zur Gegenwartskunst. Einen Schwerpunkt bilden Publikationen zu den Künstlerinnen und Künstlern, deren Kunstwerke in Monheim am Rhein zu erleben sind. Die Bestände der Kunstwerkstatt sind im Katalog des Bibliotheksverbunds Kreis Mettmann erfasst und können bei Bedarf hier recherchiert werden. Die Nutzung der Bibliothek ist kostenfrei und ohne Monheim-Pass möglich, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
Broschüre
Was bedeutet Partizipative Kunst und warum macht es Sinn daran teilzuhaben? Fragen dazu beantwortet eine Broschüre der Kunstwerksatt, die hier heruntergeladen werden kann.
Gut zu wissen
Anschrift und Kontakt:
Kunstwerkstatt Turmstraße, Turmstraße 20, 40789 Monheim am Rhein
Programmleiterin: Yvonne Klasen
E-Mail: kunstwerkstatt@monheim.de; Telefon: +49 2173 951-4152
Bürozeiten:
Dienstag und Freitag: 9 bis 12 Uhr
Donnerstag: 9 bis 12 Uhr / 14 bis 17 Uhr
Vom 14. bis 26. April (Osterferien) ist die Geschäftsstelle geschlossen
Das Haus verfügt über einen Aufzug, barrierefreie Toiletten befinden sich im Untergeschoss.
Kunstwerke in und um die Kunstwerkstatt:
Obwohl wir uns in erster Linie der partizipativen Kunst verschrieben haben, finden sich in und um unser Haus zahlreiche Werke zeitgenössischer Künstlerinnen und Künstler. Ein Highlight ist der Kunstautomat von Simon Brinkmann und Friedrich Boell, der rund um die Uhr an der Außenfassade neben dem Eingang zugänglich ist. Die Mauern, die das Grunstück begrenzen, schmückt seit Juni 2022 eine partizipative Wandarbeit, initiiert von Jeppe Hein. Im Rahmen der Einweihung seines "Social Playground Monheim" in der Innenstadt fand hier die Aktion "Today I feel like" statt, bei der Monheimer Grundschülerinnen und -schüler gemeinsam mit dem Künstler ihre Gesichter auf die Wände brachten. Das Projekt wird immer wieder mit Gästen der Kunstwerkstatt fortgeführt.
Im Haus selbst finden sich Arbeiten von Marlies Langenhorst und Heike Simmer.