Blick von außen auf eine Ladenzeile. Vor einem Laden hängt ein großes Banner mit der Aufschrift

Matthias Schamp

Matthias Schamp: Mythos-Grill

Im Juni war der Künstler Matthias Schamp zu Gast in der Kunstwerkstatt Turmstraße und verwandelte das Café zum Goldenen Hans am Ernst-Reuter-Platz in den „Mythos-Grill“.

Der „Mythos-Grill“ ist ein seit 1997 bestehendes Kunstprojekt, das auf originelle Weise Alltagskultur, Humor, Archäologie und Konzeptkunst miteinander verbindet. Ausgangspunkt ist die Idee einer imaginären Pommesbude. Sie lenkt den Blick auf die kulturellen Geschichten und Bedeutungen, die sich hinter scheinbar gewöhnlichen Orten und alltäglichen Gewohnheiten verbergen.

Mit ironischem Ernst und großer Beobachtungsgabe widmet sich Matthias Schamp den Mythen und Bedeutungen, die sich hinter Orten wie Imbissen oder Grillrestaurants verbergen. Der Name „Mythos Grill“ spielt dabei auf die oft griechisch inspirierte Ästhetik vieler Imbisse an. Bezeichnungen wie „Olympia Grill“, „Athena“ oder „Sokrates Teller“ verbinden Alltagskultur mit Verweisen auf die Antike.

Charakteristisch für das Projekt ist die Verbindung von Installation, Performance, Aktion und ungewöhnlichen Serviceangeboten. Gemeinsam mit Besucherinnen und Besuchern sind im Laufe der Jahre zahlreiche Aktionen entstanden, darunter ein Fischstäbchen-Bringservice, ein Frikandel-Staffellauf, der Fritteusenfarbkreis oder das Grundfarben-Frittieren. Die Projekte laden dazu ein, Vertrautes neu zu betrachten und alltägliche Routinen mit anderen Augen zu sehen.

Seit Jahrzehnten taucht der „Mythos-Grill“ immer wieder temporär in Museen, Kunstvereinen und im öffentlichen Raum auf – unter anderem im Lehmbruck Museum in Duisburg, in Ahlen, Litauen und Burgbrohl. Jede neue Station erweitert den Mythos und schafft neue Verbindungen zwischen Kunst, Alltag und Publikum.

Auch in Monheim waren Besucherinnen und Besucher eingeladen, selbst aktiv zu werden. Bei verschiedenen Mitmach-Aktionen, darunter das gemeinsame Pommes-Schnitzen, konnten sie Teil des Projekts werden, eigene Ideen einbringen und den „Mythos-Grill“ mitgestalten. Mit dabei waren neben Passantinnen und Passanten Schülerinnen und Schüler der Peter-Ustinov-Gesamtschule, der Grundschule Bregenzer Straße und der Lottenschule sowie Teilnehmende der Sprachbar und Gäste des Cafés Gut Drauf.