Eine Person, die eine mit bunten Rechtecken beklebte Treppe hochklettert, indem sie die Hände und Füße auf unterschiedlich farbigen Flächen hat.

Johannes Voges

Sisyphos - mache dir dein Hindernis zu Spiel

Zwischen Juni und Dezember präsentierte die Kunstwerkstatt Turmstraße die Arbeit „Sisyphos“ von Johannes Voges auf der Treppe zwischen dem Sojus 7 und dem Kindergarten „Ideenreich“ auf der Kapellenstraße. Das Projekt war Teil des „See you Festivals“ und wurde im Rahmen der „Stadtbesetzung“ gefördert durch das Kultursekretariat Gütersloh.

Hier wurde Sport getrieben, hier begegneten sich Menschen, hier wurde gemeinsam gespielt. Vorbeilaufende Passantinnen und Passanten wurden beim „spielenden Sisyphos“ zu Akteurinnen und Akteuren auf einer Bühne. Sisyphos war dazu verdammt, auf ewig einen Felsbrocken einen Berg hinaufzuwälzen, der, kaum oben angekommen, immer wieder ins Tal zurückrollte. Noch heute bezeichneten wir mühevolle, sich ständig wiederholende und scheinbar ergebnislose Tätigkeiten als „Sisyphosarbeit“. Doch was wäre gewesen, wenn Sisyphos aus der Not eine Tugend gemacht und beim Hinaufschieben des Felsens immer neue, inspirierende Wege gefunden hätte? Was, wenn die Aufgabe, den Felsen den Berg hinaufzuschieben, sogar eine lustvolle Komponente hätte haben können?

Mit Kreativität und Geschick bewegten sich die Körper den „Berg“ hinauf. Manche transportierten einen Ball nach oben – möglichst, ohne ihn zu verlieren. Oben angekommen, ließen sie ihn hinunterrollen, stiegen die Treppe wieder hinab und begannen von Neuem. Es war ein nie endendes Spiel, das sportliche Betätigung förderte, Gemeinschaft stiftete und unerwartete Begegnungen ermöglichte.

Der Kerngedanke dieser Aktion war es, Vorbeigehende zu motivieren, etwas auszuprobieren, sich kreativ und körperlich zu betätigen – ohne im Vorfeld zu wissen, warum oder zu welchem Zweck. Ziel war es, sie ins Spiel zu bringen.

Neben selbst erfundenen Regeln erhielten die Teilnehmenden über einen QR-Code zusätzliche Impulse. Für ältere Menschen oder Personen mit Bewegungseinschränkungen, die sich auf den Treppenstufen unsicher fühlten, wurde zudem eine alternative Spielart an den Seitenwänden der Treppe angeboten.